Fluoroskopie

Die Fluoroskopie wird verwendet, wenn eine „Echtzeit-Untersuchung“ eines Patienten erforderlich ist. Zu den Einsatzmöglichkeiten gehört die Funktionsprüfung eines orthopädischen Gelenkersatzes (z. B. Knie- und Hüftgelenksimplantat), die Kontrolle von Kathetern und Herzschrittmachern, die Verteilung eines Kontrastmittels im Magen-Darmtrakt und die Bewegung verschiedener Körperteile und -organe (z. B. Schluckvorgang und Bewegung der Speiseröhre).

Wie bei der konventionellen Röntgenaufnahme dringt der Röntgenstrahl auch bei der Durchleuchtung durch den Körper, aber statt der Belichtung eines Films erfolgt die Darstellung auf einem fluoreszierenden Schirm. Moderne Systeme digitalisieren die Aufnahme mittels „Flachbild-Detektorsystem“, das eine Verminderung der Strahlendosis ermöglicht. Das Bild wird dann digital verarbeitet und kann für die Auswertung direkt auf einem Bildschirm dargestellt oder für eine spätere Beurteilung gespeichert werden.

Abb. 1: Der Dickdarm ist dank des Doppel-Bariumeinlaufs (Barium plus Luft) deutlich sichtbar. Die weiß dargestellten Bereiche sind Barium, die dunklen/schwarzen Bereiche Luft.

Abb. 1: Der Dickdarm ist dank des Doppel-Bariumeinlaufs (Barium plus Luft) deutlich sichtbar. Die weiß dargestellten Bereiche sind Barium, die dunklen/schwarzen Bereiche Luft.

Auch bei der Fluoroskopie können viele Organe mittels Kontrastmittel besser sichtbar gemacht werden. Die Kontrastmittel werden z. B. als Injektion oder mit einem Katheter verabreicht. Als Brei oder Lösung oral eingenommenes (geschlucktes) Barium wird zur Untersuchung der Magen-Darmbewegungen verwendet, ebenso können Klistiere mit diesem Kontrastmittel zur Diagnose dienen (Abbildung 1)1.

Wie bei allen Röntgenverfahren ist der Patient auch bei der Fluoroskopie einer kleinen Dosis ionisierender Strahlung ausgesetzt, wobei die Strahlenbelastung von der jeweiligen Untersuchung abhängt. Zwar bedeutet dies für den Patienten ein gewisses (geringes) Risiko, aber Ärzte und Hersteller von Geräten sind sich dieses Risikos bewusst und versuchen, die Strahlenbelastung zu minimieren. Experten sind jedoch der Ansicht, dass die Vorteile der richtigen Diagnose einer Erkrankung, und somit auch einer entsprechenden Therapie, das geringe Risiko durch die Strahlung bei weitem übertreffen. Frauen sollten ihren Arzt und den Radiologen außerdem immer informieren, falls die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

1. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Palmers, Head of Medical Imaging Department Ziekenhuis Oost-Limburg, Genk, Belgien

Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2013

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