Mammografie

Abb. 1: Bei einer Mammografie werden von jeder, zunächst horizontal und dann schräg komprimierten, Brust Röntgenaufnahmen gemacht.

Abb. 1: Bei einer Mammografie werden von jeder, zunächst horizontal und dann schräg komprimierten, Brust Röntgenaufnahmen gemacht.

Die Mammografie ist eine Form eines bildgebenden Verfahrens, bei dem eine strahlungsarme Röntgentechnik verwendet wird (Abbildung 1)1 und das speziell zur Darstellung der Brust, dem so genannten Mammogramm (Abbildung 2)2, entwickelt wurde.

Mammogramme werden im Rahmen der Brustkrebs-Früherkennung bei Frauen eingesetzt, die keine Anzeichen oder Symptome einer Erkrankung der Brust – wie Knoten oder Sekretabsonderung aus den Brustwarzen – haben.

Abb. 2: Normales Brustgewebe im Mammogramm.

Abb. 2: Normales Brustgewebe im Mammogramm.

Die digitale Mammografie wird auch als „full-field“ digitale Mammografie (FFDM) bezeichnet. Hierbei wird mittels elektronischer Detektoren die Röntgenstrahlung in elektrische Signale umgewandelt. Die Bilder der Brust werden dann auf einem Computerbildschirm begutachtet. Die Fortschritte in der Mammografie haben eine erhebliche Verringerung der Strahlendosis ermöglicht. So verringert die Technik der digitalen Mammografien selbst – gegenüber der konventionellen Film-Mammografie – die Strahlendosis um bis zu 50 %. Zusätzlich steht neue Software zur Verfügung, die bei gleichbleibender Bildqualität eine weitere Einsparung der Strahlendosis um bis zu 30 % ermöglicht.

Eine der vielversprechendsten Entwicklungen im Bereich der Mammografie ist die digitale Brust-Tomosynthese (DBT). Mit ihr können 3D-Bilder der gesamten Brust erstellt werden. Die konventionelle 2D-Mammografie fertigt ein Einzelbild der Brust an, in dem sich Brustgewebe überlagern kann. Hierdurch können fälschlicherweise Veränderungen imitiert oder auch verborgen werden. Die digitale Brust-Tomosynthese (DBT) erstellt und kombiniert Bilder der Brust aus vielen unterschiedlichen Winkeln und errechnet ein 3D-Rendering (eine 3D-Darstellung) der gesamten Brust. Ergebnis ist eine Serie von Gewebeschnitten, die eine Gewebeschicht nach der anderen zeigt, und so Überlagerungen des Brustgewebes minimiert. Mittels dieser neuen Technologie konnten im Vergleich zur konventionellen 2D-Mammografie bis zu 43 % mehr Brustkrebsfälle entdeckt werden.3

Mammografie-Screening

Brustkrebs ist bei Frauen weltweit die häufigste Krebserkrankung. Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Chancen für eine Heilung und eine brusterhaltende Behandlung. Da die Mammografie eine Früherkennung des Brustkrebses ermöglicht, haben viele Länder Screening-Programme etabliert, für Frauen mit und ohne Anzeichen oder Symptomen eines Brustkrebses. Beim Routine- Screening werden von jeder Brust jeweils 2 Bilder gemacht und von einem Radiologen begutachtet. Die moderne Screening-Mammografie ist strahlungsarm. Deshalb sind die gesundheitlichen Risiken dieser Untersuchung gering, d. h. der Nutzen der Brustkrebs-Früherkennung überwiegt diese geringen Risiken bei weitem.

Diagnostische Mammografie

Diagnostische Mammogramme werden gemacht, um Knoten oder Symptome, die im Rahmen des Screenings entdeckt wurden, genauer abzuklären. Diagnostische Mammogramme haben insbesondere Bereiche mit verändertem Gewebe im Fokus und nehmen eventuell mehr Zeit in Anspruch als Screening-Mammogramme. Grund dafür: Für eine sorgfältige Diagnose müssen zahlreiche Bilder aus verschiedenen Winkeln erstellt werden. Zusätzlich zur Mammografie können auch andere Untersuchungstechniken wie Ultraschall oder MRT eingesetzt werden. Ob das veränderte Gewebe tatsächlich Krebs ist, kann nur mittels einer Gewebeprobe (Biopsie) festgestellt werden. Hierbei wird aus dem Knoten, meist mittels einer Biopsienadel, eine Gewebeprobe entnommen und unter einem Mikroskop untersucht. Die Probenentnahme kann unter Ultraschall oder MRT-Kontrolle erfolgen.

1. Modifiziert nach: http://moondragon.org/obgyn/procedures/mammography.html (Letzter Besuch: 19. August 2011)
2. Mit freundlicher Genehmigung des Medizinischen Versorgungszentrum Prof. Dr. Uhlenbrock & Partner, Prof. Dr. med. Detlev Uhlenbrock, Dortmund, Deutschland.
3. Lång et al. Performance of oneview breast tomosynthesis as a standalone breast cancer screening modality: results from the Malmö Breast Tomosynthesis Screening Trial, a population-based study. Eur Radiol 2016; 26: 184–190.