Kombinierte bildgebende Verfahren

Die molekulare Bildgebung ermöglicht dem Arzt einen einzigartigen Einblick in die Stoffwechselvorgänge des Organismus, sowohl auf zellulärer als auch molekularer Ebene. Somit können Veränderungen bzw. potentielle Erkrankungen bereits in sehr frühen Stadien diagnostiziert werden. Um aus den Daten der biologischen Prozesse und der anatomischen Situation ein Gesamtbild zu erstellen, sind in die Verfahren der molekularen Bildgebung oft in CT- oder MRT-Systeme integriert. Dabei errechnen Computer aus den einzelnen biologischen und anatomischen Bildern eine Gesamtaufnahme, dies bedeutet für die Ärzte eine höhere Diagnosegenauigkeit und auch eine verbesserte Therapieauswahl.

Abgesehen vom MRT bedeuten alle in der Kombination genutzten, bildgebenden Verfahren für den Patienten eine geringe Belastung mit ionisierender Strahlung. Dabei variiert die erforderliche Strahlendosis je nach Art und Dauer des Untersuchungs- und Behandlungsverfahrens, wobei diese Dosis für den Patienten lediglich ein geringes Risiko mit sich bringt.

Ärzte und Hersteller von Geräten sind sich dieses Risikos bewusst und versuchen, die Strahlenbelastung zu minimieren. Experten sind der Ansicht, dass die Vorteile der richtigen Diagnose einer Erkrankung oder einer entsprechenden Therapie das geringe Risiko durch die Strahlung bei weitem übertreffen. Frauen sollten ihren Arzt und den Radiologen außerdem immer informieren, falls die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

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Abb. 2: PET-MR Aufnahme
Zur Verfügung gestellt von Siemens Healthineers

Seit dem Jahr 2010 steht eine neue Hybridbildgebung zur Verfügung: die MR-PET oder PET/MR. Hierbei sind die Technologien von MR und PET kombiniert. Derzeit sind weltweit rund 100 MR-PET-Bildgebungssysteme installiert, die meisten in Universitätskliniken, Forschungsinstituten oder in größeren Röntgenzentren. Für die PET wird dem Patienten vor der Aufnahme eine minimale Menge einer radioaktiven Substanz intravenös verabreicht. In Kombination mit der PET erfolgt gleichzeitig eine MRT, ohne zusätzliche ionisierende Strahlung. Wenn für diagnostische Fragestellungen sowohl PET als auch MRT nötig sind, hat die MR-PET einen entscheidenden Vorteil: Mit einer Aufnahme sind zwei Untersuchungen gleichzeitig möglich. Das spart Zeit: der Patient braucht nur eine Aufnahme und der Arzt erhält beide Ergebnisse zusammen. Außerdem erhält man mittels MRT – im Gegensatz zur Computertomografie (CT) – zusätzliche Informationen über Weichteilgewebe.

1. HK Sanatorium & Hospital, Hong Kong