Molekulare Bildgebung / Nuklearmedizin

Die molekulare Bildgebung nutzt kleine Mengen radioaktiver Substanzen (radioaktive Marker oder Radiopharmazeutika), um Krankheiten zu visualisieren und zu diagnostizieren. Hierzu zählen viele Krebsarten, Herzerkrankungen und andere Veränderungen.

Je nach Untersuchungsverfahren werden dem Patienten hierfür kleine Mengen eines Radiopharmazeutikums verabreicht, entweder in Form einer Injektion, als Kontrastbrei zum Schlucken oder als Gas zum Einatmen. Das Radiopharmazeutikum reichert sich in den zu untersuchenden Organen oder Körperregionen an, wo es dann Energie in Form von Gamma-Strahlen abgibt. Diese Energie wird mittels Positronenemissionstomografie (PET) oder Einzelphotonenemissionscomputertomografie (englisch Single-Photon-Emission-Computed-Tomography, SPECT) (Abbildung 1)1 als Bild verarbeitet. Dabei berechnet ein Computer die von Körper absorbierte Menge des Radiopharmazeutikums und erstellt aus den Daten sowohl Bilder der Gewebestrukturen, wie z. B. Knochen, als auch Bilder der Funktion von Organen und Geweben.

Abb. 1: SPECT- Aufnahme.

Abb. 1: SPECT- Aufnahme.

Die Verfahren der molekularen Bildgebung ermöglichen einerseits die Abbildung der Struktur, andererseits aber auch die bildliche Darstellung der Funktion von Organen, Geweben, Knochen und anderen Organsystemen, wie z. B. die Blutzirkulation im Herz oder den Nieren- und Lungenstoffwechsel. Die molekulare Bildgebung ist auch vor einer Tumoroperation zur Lokalisierung von Lymphknoten, beispielsweise bei Patienten mit Brustkrebs oder anderen Krebsarten, zur Beurteilung von Knochenbrüchen oder Infektionen, sowie zur Untersuchung von Gehirnveränderungen – wie bei Demenz oder Epilepsie – geeignet.

Radiopharmazeutika werden außerdem zur Behandlung von Krebs und Metastasen, Erkrankungen der Schilddrüse und bestimmten Blutkrankheiten eingesetzt, sowie zur Therapie von Tumoren der Nebennieren bei Erwachsenen und von Tumoren im Bereich von Nervengewebe bei Kindern.

Je nach Anwendung variiert die Menge der verwendeten radioaktiven Substanzen. Dabei ist das Risiko für den Patienten relativ gering und Experten sind der Ansicht, dass die Vorteile der richtigen Diagnose einer Erkrankung oder einer entsprechenden Therapie das geringe Risiko durch die Strahlung bei weitem übertreffen. Frauen sollten ihren Arzt und den Röntgentechniker außerdem immer informieren, falls die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

1. St. Teresa’s Hospital, Hong Kong