Künstliche Strahlung

Seit der Entdeckung der Strahlung ist sie in der Medizin und der Industrie von zunehmendem Nutzen. Heute macht die künstliche Strahlung weltweit einen Anteil von ungefähr 21 % unserer gesamten Strahlenexposition aus (Abbildung 1).1 In industrialisierten Ländern kann ihr Anteil – infolge der besseren Verfügbarkeit von bildgebenden Verfahren in der Medizin für Diagnose und Therapie – sogar bis zu 50 %der Gesamtbelastung betragen.

Abb. 1: Quellen und Verteilung der durchschnittlichen Strahlenexposition der Weltbevölkerung.

Abb. 1: Quellen und Verteilung der durchschnittlichen Strahlenexposition der Weltbevölkerung.

Der Einsatz von Strahlen in der Medizin hat in den industrialisierten Ländern den größten Anteil an der künstlichen Strahlenexposition. Die häufigste Quelle für Belastung durch künstliche Strahlung sind Röntgenaufnahmen, die zur Diagnose von Verletzungen und Krankheiten gemacht werden. Im Rahmen der so genannten Nuklearmedizin werden auch radioaktive Substanzen, die man als Radiopharmaka bezeichnet, zur Diagnostik und Therapie (Radiotherapie) eingesetzt, und diese sind ebenfalls eine Form der künstlichen Strahlung.

Andere Quellen der künstlichen Strahlung sind Materialien und Substanzen wie

  • Materialien zum Gebäude- und Straßenbau,
  • Brennstoffe,
  • Sicherheitsscanner für Gepäck, Frachten oder Personen,
  • Fernseher,
  • Starter für Leuchtstoffröhren,
  • Rauchmelder,
  • Phosphoreszierende/selbstleuchtende Uhren,
  • Tabak,
  • Brillengläser,
  • und einige keramische Materialien.

Wir sind in sehr geringem Umfang auch Strahlung aus dem Bereich der Atomindustrie ausgesetzt. Hierzu zählen der Uranabbau und die Uranverarbeitung, eventuell eine minimale Strahlenexposition beim Transport radioaktiver Substanzen sowie Fallout von Atomwaffentests oder Reaktorunfällen (beispielsweise Tschernobyl und Fukushima).

Im Durchschnitt beträgt unsere Belastung durch natürliche Strahlung insgesamt 2,4 mSv pro Jahr – allerdings kann die Dosis je nach geographischer Lage erheblich variieren.2

1. Modifiziert nach: http://www.who.int/ionizing_radiation/en/ (Letzter Besuch: 12. August 2011)
2. http://www.iaea.org/index.html (Letzter Besuch: 27. Juli 2011)

Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2013

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