Natürliche Strahlung

Die natürliche Strahlung – oder so genannte „Hintergrundstrahlung” – macht ungefähr 50 % unserer Strahlenexposition aus. Sie stammt aus der Nahrung, dem Trinkwasser und aus Baustoffen, wobei die terrestrische Strahlung auch aus natürlich im Gestein vorkommenden, uranhaltigen Mineralien und Energielieferanten wie Öl und Gas stammt. Alle genannten Faktoren sind für unsere Strahlenbelastung verantwortlich.

Natürliche Strahlung

Neben der terrestrischen Strahlung sind wir außerdem der Strahlung aus dem Weltall, d. h. der „kosmischen” Strahlung ausgesetzt, die mit steigender Höhe zunimmt. Je höher über der Meereshöhe man sich befindet, desto größer ist die Belastung durch die kosmische Strahlung. So sind beispielsweise die Bewohner von La Paz in Bolivien, die auf einer Höhe von ungefähr 3.650 m über dem Meeresspiegel leben, einer erheblich größeren Strahlung ausgesetzt als die Einwohner von Amsterdam in den Niederlanden, einer Stadt, die sich auf Meereshöhe befindet.

Der größte Anteil der ionisierenden Strahlen beruht auf der Strahlung von Radon, einem natürlich vorkommenden Gas. Es entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran, das seit der Entstehung der Erde in der Erdkruste vorhanden ist und eine Halbwertszeit von 4,5 Millionen Jahren besitzt. Radon wird also nahezu auf unendliche Zeit im gleichen Umfang wie heute vorhanden sein.1 Radon kann sich in Gebäuden, insbesondere in geschlossenen Räumen, ansammeln, deshalb sind wir der Strahlung dieses Gases vorwiegend in Innenräumen ausgesetzt. Die Konzentration von Radon in der Luft variiert je nach der Örtlichkeit, aber niemand kann einen Kontakt hiermit vermeiden.2

1. Toxicological profile for radon. Agency for Toxic Substances and Disease Registry, U.S. Public Health Service, Atlanta, 1990.
2. A citizen’s guide to radon: the guide to protecting yourself and your family from radon. United States Environmental Protection Agency, Washington D.C., 1992.